An diesem Frühlingstag werde ich gegen 7:15 Uhr liebevoll geweckt. Das Frühjahr und der Spätsommer gehören primär zu meinen Lieblingsjahreszeiten, es ist weder zu kalt noch zu warm, für ausgedehnte und entspannte Schnüffeltouren.
Es könnte heute der perfekte Tag werden!
Der Tag beginnt für mich wie ein gewöhnlicher Tag im Frühjahr. Nach den obligatorischen Streckübungen während der Aufwachphase mache ich mich auf den Weg in die Küche und schaue durch die Küchentür nach dem Wetter. Draußen ist es trocken und die Sonne strahlt verhalten, ein Rudelmitglied öffnet die Küchentür und ich schaue auf der Terrasse nach dem rechten. Da kommt auch schon ein weiteres Rudelmitglied und nachdem mir mein Hundegeschirr angelegt wurde, machen wir uns auf den Weg zu der ersten kurzen Schnuppertour des Tages. Eine Runde über das Burggelände und entlang der Freiheitstraße, wobei ich einigen Vierbeinern begegne, die ich freundlich begrüße.
Nach dem ersten „Gassi-Gang“ des Tages bekomme ich eigentlich immer mein Frühstück – eigentlich, heute ist es anders. Alternativ, zu dem erwarteten Frühstück, gibt es nur reichlich Wasser aus meinem Napf. Etwas enttäuscht begebe ich mich in das Wohnzimmer und lege mich auf den Teppich, ich frage mich, was ist heute bloß los? Die Antwort dazu sollte ich im Tagesverlauf erhalten.
Nach etwas Entspannung und dösen auf dem Wohnzimmerteppich werde ich aus meiner „Teckeltraumwelt“ gerissen und es folgt ein zweiter Spaziergang entlang des Rhein-Herne-Kanals und durch den Ortskern von Henrichenburg.
Ich bin mir sicher, dass ich nach dem zweiten Spaziergang nun endlich mein Frühstück erhalte, aber – Fehlanzeige, es gibt wieder kein Frühstück für mich! Etwas pikiert verziehe ich mich wieder in das Wohnzimmer und lege mich genervt unter den Wohnzimmertisch!
Meine Ruhephase wird jäh beendet als ein Rudelmitglied mich ruft – gibt es jetzt endlich das heißersehnte Frühstück? Nein, wieder nicht, stattdessen wird mir mein Geschirr angelegt und ich werde in unsere Teckelkutsche getragen. Wie gewöhnlich nehme ich gut gesichert auf der Rückbank meinen Platz ein, ich freue mich immer, wenn ich im Teckeltransporter mitfahren darf. Das Mitfahren im Teckelmobil ist einfach toll!
Aber was ist heute eigentlich los?
Die Antwort hierzu sollte ich in einigen Minuten erhalten. Nach kurzer Fahrzeit stoppen wir und ich werde aus dem Teckelmobil gehoben. Ich erkenne die Lokalität sofort wieder, wir sind beim Tierarzt, es befällt mich ein mulmiges Gefühl.
Im Wartezimmer müssen wir einige Minuten warten und kleinere und größere Quälgeister nerven mich während der Verweildauer. Nach einigen Minuten werde ich von meinem Rudelmitglied in ein Behandlungszimmer getragen, auf einen Tisch gelegt und freundlich von zwei Damen begrüßt. Ich zeige mich von meiner besten Seite und werde liebevoll von den Damen gestreichelt – aber irgendwie fühle ich mich trotzdem unwohl, zum Glück ist ein Rudelmitglied anwesend.
Plötzlich ein kurzer Pieks und dann werde ich schlagartig extrem müde – alles verschwimmt um mich herum, ich kann meine kleinen Äuglein nicht mehr aufhalten und ich schlafe tief und fest ein. Was im Anschluss passierte, wer weiß, ich weiß es nicht…
Irgendwann wache ich wieder auf! Mir ist kalt, ich fühle mich schwummrig und mein Kopf fühlt sich an, als wenn ich von einem Dobermann einen heftigen Schlag – mit seinen riesigen Pranken – gegen meinen kleinen Kopf bekommen hätte. Es ist keine schöne Situation und dann habe ich noch dieses Plastikding um meinen Kopf gebunden, was mich mächtig nervt!
Ich schlafe wieder ein und nach dem Aufwachen fühle ich mich dann schon etwas besser und nun kommt auch ein Rudelmitglied und bringt mich endlich nach Hause.
Im heimischen Domizil angekommen, renne ich mit meiner „Plastik-Halskrause“ zunächst gegen einen Türrahmen, es ist so nervig mit diesem Plastikding um meinen Kopf! Ich bin sehr durstig und es ist sehr schwierig mit der „Plastiktröte“ aus meinem Wassernapf zu trinken. Noch immer fühle ich mich etwas schwach, müde und total entkräftet – was war nur passiert?
Ein Rudelmitglied legt mich auf die Wohnzimmercouch und ich werde mit meiner Kuscheldecke zugedeckt, zumindest ist es jetzt schön warm! Ich schlafe schnell ein und am frühen Abend fühle ich mich schon wesentlich besser.
Ich habe großen Durst und trinke ganz viel Wasser, im Anschluss muss ich mich im heimischen Garten etwas erleichtern, meine Kraft reicht noch nicht für einen „Gassi-Spaziergang“. Schnell geht es im Anschluss wieder auf die Rudelcouch und ich schlafe noch „ein Ründchen“.
Am späteren Abend werde ich von meinem Rudelführer geweckt, ich freue mich ihn zu sehen, auch wenn ich mich noch sehr schwach fühle und eine Schnüffeltour heute nicht möglich ist.
Nun gibt es auch eine kleine Mahlzeit, die Nahrung fühlt sich wie eine Suppe an, nicht lecker, aber immerhin etwas gegen meinen großen Hunger.
Ich habe nun leichte Schmerzen in meiner kleinen Teckelschnute und ich bemerke, dass mir nun offensichtlich zwei Zähne fehlen. Nun ja, jetzt wird mir auch klar, warum ich bei dem Tierarzt in einen Tiefschlaf gefallen bin, denn freiwillig hätte ich ihm nicht meine beiden Beißerchen überlassen.
Zum Tagesabschluss geht es nochmals zum „Pipimachen“ in den Garten.
Völlig entkräftet endet anschließend der Tag für mich in meinem Bettchen. Sicherlich war es heute ein sehr unschöner Tag in meinem Teckelleben, aber zum Glück kommen solche unerfreulichen Tage extrem selten vor und morgen wird meine Teckelwelt schon wieder ganz anders aussehen und schön sein!

