An dieser Stelle möchte ich Ihnen gerne einige Einblicke in unser Teckelleben geben und Erfahrungen, die mein Rudel und ich gemacht haben, mit Ihnen teilen. Diese Einblicke und Erfahrungen basieren auf Wahrnehmungen und Erkenntnissen, die wir gemacht haben, sie sind aber sicherlich nicht in jedem Punkt allgemeingültig und stets vollumfänglich zutreffend. Bei Fragen oder Problemen zu uns Teckeln wenden Sie sich an Spezialisten, die Ihnen hoffentlich mit einer kompetenten Hilfestellung zur Seite stehen können.
Als Freigeister, so wie wir Rauhaarteckel auch gerne bezeichnet werden, sind wir stolz, liebevoll und treu, wir sind – mit entsprechender Erziehung – sicherlich als Begleiter für menschliche Familien geeignet. Unsere Rudelmitglieder sollten aber nicht vergessen, dass wir als Jagdhunde das Licht der Welt erblicken, diese Gene sind immer, zumindest latent, vorhanden.
Weil wir Jagdhunde sind, haben wir natürlich spezielle Veranlagungen und Bedürfnisse. Wir sind neugierig und erkunden gerne unser Umfeld, dass solltet ihr nie vergessen, wenn wir in ein neues Rudel aufgenommen werden. Natürlich lieben wir Streicheleinheiten, ich mag insbesondere das Kraulen unter meiner Schnauze und auf meiner Brust, auch eine Entspannungsrunde auf der Couch ist nicht zu verachten. Elementar wichtig bleibt aber, dass wir geistig stimuliert werden, indem wir unsere Umgebung „erschnüffeln und erkunden“ können.
Ich absolviere zwar auch Spaziergänge, aber wichtiger sind mir Erkundungs- und Schnüffeltouren auf Feldern und Wiesen sowie das Durchstöbern von Sträuchern und Hecken; in diesem Zusammenhang ist natürlich der heimische Rudelgarten ein großes Privileg – insbesondere, weil ich hier in den Sträuchern schnüffeln kann und auch mal in den Blumenbeeten graben darf. Das Thema „graben von Löchern“ ist für uns Teckel ein wichtiges Thema – wir sollten aber das Graben in sehr trockenem und staubigem Erdreich vermeiden, da Staub unsere kleinen Lungen beschädigen kann. Ich grabe deshalb nur in feuchtem Boden, entsprechend dreckig komme ich oftmals nach Hause und muss mich anschließend einer nicht so angenehmen Komplettreinigung unterziehen. Bedanken möchte ich mich bei meinem Rudelführer dafür, dass er die mit großem Einsatz von mir gegrabenen Mulden wieder zuschüttet respektive die Erdlöcher wieder mit Erde verfüllt!
Immer wieder kommt es mir zu meinen „Schlappohren“, dass wir Teckel dickköpfig und nicht zu erziehen seien – alles Unsinn! Ja, wir sind charakter- und meinungsstark, aber wenn wir einen Mehrwert in unserem Handeln erkennen, können wir auch sehr gehorsam sein und den Anweisungen unserer Rudelführer Folge leisten. Mit Druck und Strenge kann man uns vielleicht beeindrucken und widerwillig leisten wir den Anweisungen Folge, aber Spaß macht es uns nicht – euch etwa? Gebt uns lieber Anreize, dass wir euren Wünschen und Anweisungen Folge leisten. Ein gutes Beispiel hierfür sind die täglichen Einheiten mit meinem Begleiter und Personal Trainer. Als Rudelführer hat er mir klare Vorgaben gemacht; dazu brauchten wir auch keine Hundeschule, seine Führungsstärke und Konsequenz habe ich akzeptiert.
Für mich, als meinungsstarker Teckel, waren einige Lektionen meiner Ausbildung sicherlich schwer verdaulich! Ich habe es zunächst nicht verstanden, wenn ich eigensinnig die Kommandos meines Rudelführers an meinen Lieblingsorten ignoriert habe und er mich anschließend an die Leine genommen hat und mich von meinen Lieblingsplätzen weggeführt hat. Wenn ich Glück hatte, durfte ich später meinen Lieblingsort erneut aufsuchen und ich wusste dann, jetzt sollte ich seine Kommandos befolgen – wenn ich die Kommandos befolgte, gab es sogar ein Leckerchen!
Ebenso musste ich lernen Katzen oder Hasen nicht zu verfolgen, auch das war ein Lernprozess, aber ich habe verstanden, auch diese Tiere benötigen ihr Revier und sind keine Beutetiere für mich.
Wenn ich den Anweisungen und Kommandos meines Rudelführers Folge leiste, darf ich bei unseren Touren meine Bedürfnisse ausleben. Ich werde dann nicht immer an der „kurzen Leine“ geführt, was ich auch überhaupt nicht mag, sondern ich darf „freilaufen“ und „schnüffelnderweise“ mein Umfeld erkunden. Bei „ungehorsam“ weiß ich ganz genau, dann muss ich an die Leine und meine „Schnüffel- und Erkundungstour“ wird stark eingeschränkt, oder gar beendet – entsprechend habe ich primär mein Verhalten ausgerichtet.
Wir haben dieses Prinzip oft trainiert und es funktioniert sehr gut, gezieltes Training zahlt sich für beide Seiten aus, natürlich freue ich mich auch immer über kleine Belohnungen und Leckerchen beim Training und Gassigehen, dass spornt mich besonders an und erhält die Freundschaft. Übrigens ist mein Rudelführer manchmal echt fies zu mir, er gibt mir die Leckerchen nicht immer direkt, sondern versteckt sie bei unseren Touren gerne im Gras oder unter Laub und ich muss die Belohnungen erschnüffeln.
Unsere Kommunikation ist klar und deutlich, ich weiß genau, folge ich den Anweisungen meines Rudelführers sagt er zu mir „super Negro“, oder er streichelt mich. Als Freigeist mache ich manchmal trotzdem mein „eigenes Ding“, aber dann muss ich auch mit den Konsequenzen leben. In Summe bin ich sehr glücklich mit unserem Rudelleben, es ist ein Nehmen und Geben!
Bei einigen Kommandos weiß ich ganz genau, diese Anweisungen muss ich zwingend und sofort befolgen. Beispielsweise darf ich, wenn ich an der Leine bin und andere Hunde treffe, niemals „rumrandalieren und mich auf die Hinterpfoten stellen“. Wenn wir Menschen oder insbesondere Radfahrer auf unseren Ausflügen treffen – muss ich den Anweisungen ebenfalls sofort zwingend Folge leisten. Mein Begleiter hat für die Eventualität das ich möglicherweise über die Stränge schlagen könnte eine Maßnahme eingeführt – wenn ich nicht an der Leine bin – die mir sehr gut gefällt. Kreuzt beispielsweise ein „Radfahrer“ unseren Weg, beugt sich mein Rudelführer zu mir herunter, er hält mich an meinem Halsband fest und streichelt mich. So haben wir bisher jede potenzielle Gefahrensituation sehr gut gemeistert. Allerdings erfordert das eine hohe Aufmerksamkeit seitens meines Rudelführers, er muss frühzeitig die Gefahrensituationen erkennen und sofort handeln – im Interesse aller Beteiligten. Unser Vorgehen soll sicherlich nicht als Handlungsempfehlung für andere Rudel gelten, aber bei uns funktioniert es prima!
Ein schönes „Teckelleben“ bedeutet für mich, dass meine Bedürfnisse erfüllt sein sollten – dann bin ich weder „störrisch“ noch „dickköpfig“, sondern einfach nur dankbar!
Ich muss allerdings auch selbstkritisch anmerken, ich versuche durchaus auch meine Grenzen auszutesten und sie in meinem Sinne zu verschieben – deshalb ist natürlich ein konsequentes und nachhaltiges Handeln meines Rudelführers zwingend notwendig, damit wir auch weiterhin ein sehr gutes Team bleiben und wir auch zukünftig Freude an unserem Rudelleben und unseren gemeinsamen Aktivitäten haben.
Wir Teckel sind in jedem Alter lernfähig und neugierig, wir verfügen über ein hohes Maß an Empathie und haben ein ausgezeichnetes Sozialverhalten. Menschen und insbesondere Kinder mag ich sehr! Mit anderen Hunden komme ich grundsätzlich gut aus, mit einer großen Ausnahme: Welpen jeder Hunderasse mag ich überhaupt nicht, wie es bei Rüden vorkommen kann. Warum ist das so? Eine schlüssige Erklärung habe ich hierfür nicht, aber vielleicht besteht hier eine Verbindung zu den afrikanischen Löwen, auch wenn es sich bei Löwen um Katzen handelt, aber auch Löwen leben im Rudel. Löwenkater töten bei der Übernahme eines neuen Rudels die Welpen ihres Vorgängers, warum ist das so? Es sollen nur die eigenen Gene im neuen Rudel weitervererbt werden. Vielleicht spielt dieser Urinstinkt der „Weitervererbung der eigenen Gene“ auch bei uns Teckelrüden eine Rolle.
Es gibt noch einige Themen, die mir auf meiner kleinen Teckelseele brennen, diese möchte ich im Folgenden gerne erwähnen.
Wenn es draußen mal so richtig warm ist und uns Teckeln mächtig heiß wird, bitte unseren Rücken, Kopf und Bauch niemals mit Wasser oder einem kalten Tuch kühlen! Wir suchen uns schon ein kühles und schattiges Plätzchen in unserem Zuhause, wo wir uns abkühlen können. Was aber durchaus sehr erfrischend ist, ist Wasser mit Raumtemperatur in unserem Napf und wenn unsere Pfötchen mit einem feuchten Tuch gekühlt werden, auch hier sollte das Tuch nicht mit kaltem Wasser getränkt werden, angenehm ist „normale Körpertemperatur“.
Denkt bitte auch daran, gerade an sehr warmen Tagen ist der Asphalt auf den Straßen und der Untergrund auf Wegen sehr heiß! Wir sollten nicht über einen heißen Untergrund laufen, da die Ballen unter unseren Pfötchen verbrennen können.
Wichtig ist auch, Gassigehen sollten wir bei höheren Temperaturen, bei mir reichen da schon sonnige 25 Grad Celsius aus, nur ganz früh morgens und sehr spät abends, niemals in der prallen Sonne – das mögen wir überhaupt nicht! Auf jeden Fall solltet ihr beim Gassigehen auch immer Wasser mitnehmen, regelmäßiges trinken hilft uns sehr, nicht nur an heißen Tagen.
Bitte bedenkt auch, mit unseren kurzen Beinen ist unser Körper immer sehr nah am Boden und insbesondere auf Gehwegen und auf Asphalt wird die Bodenwärme reflektiert, was dazu führt, dass es für uns da unten viel wärmer ist als bei euch da oben. Zusätzlich strahlt dann die warme Sonne noch auf unseren Rücken und unseren Kopf, was unseren Organismus zusätzlich stark belastet!
Im Winter gilt, Schnee und Eis können sich beim Gassigehen zwischen den Ballen an unseren Pfoten festsetzen – das ist sehr unangenehm und schmerzhaft, ebenso frieren wir bei eisigen Temperaturen genauso wie unsere menschlichen Rudelmitglieder. Bitte berücksichtigt diese Sachverhalte, bei frostigen Temperaturen könnte gerade bei sehr jungen Teckeln und „älteren Semestern“ ein Mäntelchen sehr wertvoll sein, ebenso sollte die Reinigung und das Abtrocknen unserer Pfötchen nach dem Spaziergang ebenfalls obligatorisch sein. Zur Pfötchenpflege im Winter sollten unsere Rudelmitglieder auch darauf achten, dass Streusalz von unseren Pfötchen nach dem Spaziergang entfernt wird, im Zweifelsfall können „gestresste Teckelpfötchen“ im Winter auch mal mit einer hierfür geeigneten Creme versehen werden.
Ein großes Mysterium wird auch immer wieder unserem Fell zugeschrieben. Zwar sehen wir Rauhaarteckel größtenteils sehr ähnlich aus, trotzdem kann unser Fell sehr unterschiedlich sein. Bei den Farbschattierungen können deutliche Unterschiede bestehen. Von hellbraun bis tiefschwarz kann unsere Fellfarbe sein; Schattierungen in „unserem Kleid“ sind fast obligatorisch, gerade an den Pfötchen, im Brustbereich, unserer Schnauze und dem Gesäß.
Mannigfache Artgenossen haben ein eher borstiges Fellhaar, andere Rauhaarteckel weisen ein sehr weiches Fell auf. Häufig steht unser Fellkleid im Fokus. Viele Rudelführer sind der Meinung, dass wir regelmäßig einen Hundefriseur aufsuchen sollten – in diesem Punkt kann man sicherlich unterschiedlicher Meinung sein. Fest steht jedoch, unser Fellhaar braucht pflege! Im Frühling und im Herbst wechseln unsere Fellhaare, wobei naturgemäß bei Kurzhaarteckeln der Fellwechsel eher unscheinbar vonstattengeht.
Teilweise übernehmen wir selbstständig unsere Fellpflege, indem wir uns gerne an Gegenständen unser abgestorbenes Fellhaar abreiben oder auf einer Wiese „herumrollen“ und das lästige Fellhaar „abschubbeln“. Übrigens ist mein Rudelführer der Meinung, dass unser „herumrollen und schubbeln“ auf einer Wiese respektive im Gras nicht nur einen Pflegeaspekt haben könnte – vielleicht handelt es sich hierbei auch um einen Ur- und Jagdinstinkt. Machen wir nochmals einen Ausflug zu den Raubkatzen nach Afrika, insbesondere den Löwen und Leoparden. Diese Wildkatzen zeigen ein ähnliches Verhalten. Sie „rollen und schubbeln“ sich im Gras und im Sand, um den Geruch von Erde und Gras anzunehmen. Hintergrund hierfür ist, dass sie bei der Jagd – respektive dem Anschleichen an Beutetiere – ihren eigenen Körperduft überdecken möchten, damit die Beutetiere den Geruch eines Jägers nicht wittern. Wahrscheinlich ist dieser Sachverhalt nur ein Aspekt und die Raubkatzen pflegen auf diese Art ebenfalls ihr Fell und befreien es von lästigen Parasiten. Möglicherweise besteht aber für uns Teckel hier eine Verbindung in die Welt der Raubkatzen, vielleicht möchten auch wir uns durch das „herumrollen und schubbeln“ auf einer Wiese für die Jagd einparfümieren.
Aber kommen wir auf das Thema der Fellpflege zurück. Unser Kleid besteht aus zwei primären Schutzhüllen beziehungsweise Haarschichten, der wärmenden Unterwolle und dem Deckhaar. Unsere Fellpflege nennt man „Trimmen“ – das sogenannte „Trimmen“ benötigt sicherlich etwas Erfahrung, kann aber grundsätzlich von unseren Rudelmitgliedern erlernt werden. Zum Erlernen des „Trimmens“, beispielsweise mit einem Bimsstein oder einem Trimmmesser, sollten im Vorfeld zwingend Spezialisten Unterstützung leisten, um das richtige „Trimmen“ zu erlernen. Ich mag es besonders, wenn ich regelmäßig mit einer weichen Bürste gebürstet werde – in Wuchsrichtung meines Fells und leicht gegenläufig – oder mit einem „Massagehandschuh“ verwöhnt werde. Aber bitte Vorsicht bei jeglicher Behandlung unseres Fells, damit ihr unsere Haut nicht verletzt und uns nicht die Fellhaare herausreißt. Für Hilfe bei der Pflege meines Fellkleides bin ich meinen Rudelmitgliedern immer sehr dankbar, nicht nur weil es anschließend immer eine Belohnung gibt.
Diese Maßnahmen durch meine Rudelmitglieder helfen mir sehr bei der Fellpflege und machen mein Leben viel angenehmer. Wird das abgestorbene Fellhaar nicht entfernt, ist das nicht nur unangenehm, indem ein Juckreiz entsteht, es kann auch unsere Haut nachhaltig beschädigen respektive Hautirritationen auslösen.
Unser Fellkleid ist wichtig für uns Teckel, es bietet einen Schutz für unseren kleinen Körper und ist sicherlich unsere optische Visitenkarte. Unser Fell sollte, nicht nur, aus gesundheitlichen Gründen immer sehr gepflegt sein. Über die Länge der Barthaare gehen die Meinungen sicherlich auseinander, die einen mögen es eher kürzer, die anderen eher etwas länger. Ich habe dazu eine eindeutige Meinung: Ich mag meine Barthaare eher kürzer, es ist angenehmer beim Trinken, beim „Herumschnüffeln“ auf Wiesen und Feldern sammelt sich weniger Dreck in meinem Bart und schließlich bin ich keine Ziege – sondern ein stolzer Rauhaarteckel!
Ein weiteres Thema ist sicherlich für jeden Teckel wichtig – Zecken plagen uns besonders im Frühling und Herbst, grundsätzlich gilt als „Hauptzeckenzeit“ die Zeitspanne zwischen März und Oktober. Um uns hier vor möglichen Krankheiten zu schützen und das Leben zu erleichtern, können, nach Absprache mit einem Tierarzt, sicherlich Medikamente eingesetzt werden. Ich habe aber auch die Erfahrung gemacht, dass eine tägliche Behandlung mit kaltgepresstem Kokosöl sehr wirksam sein kann. Meine Rudelmitglieder verteilen hierzu etwas Kokosöl in ihren Händen und massieren es dann in mein Fell und auf meine Haut ein. Wichtig ist sicherlich, dass mein gesamter Körper eingerieben wird, besonders jedoch gilt dieses für meine Pfötchen, meinen Bart und die Ohren, sowie unter meinem Bauch. Nach einer Fellbehandlung mit Kokosöl ist unser Fell ölig beziehungsweise fettig, dann empfiehlt sich ein Spaziergang, bis das Öl etwas eingezogen ist, sonst werden die Couch und der Teppich schnell schmutzig. Was ich eigentlich nicht darf, aber gelegentlich mache, ich schlecke gerne das Kokosöl von meinen Pfötchen ab, es schmeckt einfach zu gut!
Da sind wir schon bei einem weiteren Thema, warum lecke ich meine Pfötchen ab? Viele Menschen sind der Meinung, dass das Lecken der Pfoten ein Hinweis auf eine Krankheit sein könnte. Ich kann diesen Sachverhalt nicht beurteilen, hierzu sollte man vielleicht einen Veterinär befragen. Ich kann aber aus eigener Erfahrung sagen, die Pfötchenpflege ist für mich sehr wichtig. Ich reinige gerne meine Pfoten nach einem Spaziergang oder dem Herumtollen auf einer Wiese. Es setzt sich immer etwas Schmutz zwischen meinen Pfotenballen und meinen Pfotenhaaren ab und diesen Schmutz entferne ich regelmäßig, auch wenn meine Rudelmitglieder meine Pfötchen nach einer Aktivität – gerade bei Nässe – mit einem Handtuch abputzen. Das Reinigen meiner Pfötchen gehört zu meiner Körperpflege.
Apropos Körperpflege: Wichtig ist sicherlich auch, dass meine Rudelmitglieder turnusmäßig meine Öhrchen begutachten, auch sie können dreckig werden. Meistens reinige ich sie selbst durch Kratzen meiner Lauschlappen, aber ich bin auch dankbar, wenn ein Rudelmitglied ganz vorsichtig meine Ohren reinigt – bevor sich ein Rudelmitglied aber an eine Ohrenreinigung traut, sollte es im Vorfeld zwingend den Rat eines Spezialisten – beispielsweise von einem Tierarzt – einholen, damit es zu keinen Verletzungen des sensiblen Sinnesorgans kommt. Definitiv sollten nie Ohrstäbchen benutzt werden! Auch unser Gebiss sollten unsere Rudelmitglieder im Auge behalten, denn wir Teckel haben oftmals Zahnprobleme. Wie bei einem Menschen ist das fachgerechte Zähneputzen sinnvoll und kann den Erhalt unserer „Beißerchen“ fördern, auch hierzu im Zweifelsfall bitte einen Tierarzt befragen. Auch die Reinigung unseres Gesäßes kann erforderlich werden, denn auch hier können Verunreinigungen massive Negativfolgen mit sich bringen – also liebe Rudelmitglieder, bitte achtet darauf.
Ein Vorurteil, das uns Teckeln immer wieder entgegenschlägt, besagt, dass wir „sehr verfressen“ sein sollen und ständig um Futter betteln. Ich kann dieses Vorurteil aus eigener Erfahrung selbstverständlich nicht bestätigen. Natürlich bin ich oft hungrig, aber das ist auch erklärbar, weil wir Teckel – wie viele kleine Rassehunde – im Verhältnis zu unserer Körperoberfläche verhältnismäßig viel Körperwärme abgeben. Diese Tatsache begründet einen hohen Stoffwechsel, einhergehend mit einem hohen Energieverbrauch. Die Abgabe unserer Körperwärme schätzen viele unserer menschlichen Rudelmitglieder sehr, gerade an kalten Wintertagen, deshalb werden wir beim Kuscheln oftmals als „vierbeinige Wärmeflasche“ wahrgenommen. Übrigens, nicht nur an kalten Wintertagen ist für mich die Körpernähe zu meinen Rudelmitgliedern wichtig, ich mag das generell – sollte es mir mal zu viel „Kuschelei“ sein, dann signalisiere ich das meinen Rudelmitgliedern und suche mir einen ruhigen Platz, an dem ich meine Ruhe habe. Gerne suche ich dann mein Körbchen mit meiner Kuscheldecke auf, oder ich lege mich unter den Wohnzimmertisch.
Nun aber zurück zum Thema Futter und meiner Ernährung. Als Rauhaardackel benötige ich eine ausgewogene Ernährung und natürlich mag ich sehr gerne Fleisch und qualitativ hochwertiges Hundefutter – es soll keine Schleichwerbung sein, aber die Produkte von Josera mag ich gerne – ebenso mag ich sehr gerne Hundeleckerlis, beispielsweise Kaustangen, Beef- und Chickensticks von Vitakraft, aber auch Gemüse steht auf meinem Speiseplan. Ich für meinen Teil präferiere beispielsweise zubereiteten Blumenkohl, Kohlrabi, Zucchini und Gurken – garniert mit etwas Leinnöl. Niemals sollten wir Dackel „Zuckerprodukte“, Fisch oder Hühnerfleisch bekommen – Zucker tut uns gar nicht gut respektive ist ein echter Gesundheitskiller, Fischgräten können, ebenso wie Hühnerknochen, tödlich für uns sein. Übrigens, zwischendurch kann es sicherlich passieren, wie bei unseren Rudelmitgliedern auch, dass es uns mal nicht so gut geht – wir beispielsweise Bauchschmerzen oder Durchfall haben. Mir persönlich hilft dann oftmals „rohes Tatar“, nicht nur eine Delikatesse, für mich auch ein Hilfsmittel. Bei diversen gesundheitlichen Problemen, respektive vor möglichen Selbstbehandlungen beziehungsweise Selbstmedikationen – beispielsweise mit Tatar oder anderen Hilfsmitteln – sollte im Vorfeld immer ein Tierarzt konsultiert werden – was bei mir hilft muss nicht repräsentativ sein!
Kommen wir nochmals auf meine Wünsche und Bedürfnisse zurück! Beim Gassigehen und Auslauf gehe ich mit meinem Personal Trainer spazieren und nicht er mit mir! Das schätze ich an meinem Begleiter, er lässt mir den Freiraum, den ich benötige, um meine Bedürfnisse auszuleben. Ich muss und darf bei unseren gemeinsamen Aktivitäten keine Tiere verfolgen – diesen Urinstinkt habe ich im Grunde aber über die Jahre auch verloren – aber ich muss herumschnüffeln und neugierig mein Umfeld erkunden dürfen. Natürlich immer, unter den mir vorgegebenen Spielregeln – ich muss die Kommandos meines Rudelführers befolgen –, aber damit kann ich sehr gut leben. Ich gebe primär den Weg vor auf dem wir uns bewegen und mein Rudelführer folgt mir. Natürlich habe ich manchmal ein schlechtes Gewissen, wenn er minutenlang an der gleichen Stelle auf mich wartet, bis ich meinen „Schnüffeljob“ erledigt habe – gerade bei Regen oder an kälteren Tagen ist die Warterei sicherlich nicht sehr angenehm für ihn. Aber so bin ich nun mal und er akzeptiert das und er freut sich, wenn ich meine Schnüffel- und Erkundungsaufgaben erledigt habe und zu ihm zurückkehre, damit wir unsere Tour fortsetzen können. Übrigens rechne ich ihm eine eigentliche Selbstverständlichkeit sehr hoch an, denn er entsorgt meine „Hinterlassenschaften in der freien Natur“ fachgerecht und nachhaltig, damit unsere Umwelt sauber und lebenswert bleibt.
Wie sieht mein perfekter Teckel-Alltag aus? Ich wünsche mir täglich eine „teckelgerechte“ Animation, diese sollte 60 Minuten nicht unterschreiten und kann bis zu zweieinhalb Stunden andauern. Schön sind zwei tägliche Einheiten, die erste Einheit am Vormittag oder Mittag mit zahlreichen „Schnüffeleindrücken“, die zwischen 20 und 40 Minuten dauern kann. Am späteren Nachmittag oder Abend sollte dann eine ausgiebige Erkundungstour starten, für eine Zeitspanne von 45 bis 120 Minuten ist alles möglich. Wichtig ist bei meinen Touren das richtige Programm, dass meinem Naturell als Teckel entspricht. Nach jeder Einheit benötige ich eine Ruhepause, um meine „erschnüffelten Eindrücke“ zu verarbeiten und mich zu regenerieren. Nach der abendlichen „Schnüffeltour“ sollte im Idealfall noch eine „Kuschel- und Krauleinheit“ erfolgen, danach bin ich dann bereit für die nächtliche Bettchenruhe.
Im „erwachsenen Teckelalter“ benötigen meine Artgenossen ein tägliches Animationsprogramm von mindestens zwei Stunden, dass sollte sich jedes Rudelmitglied vergegenwärtigen – wir sind also durchaus eine anspruchsvolle Spezies.
Übrigens, wir Rauhaarteckel sollen zirka 120 Millionen Riechzellen zum Herumschnüffeln haben, unsere menschlichen Rudelmitglieder besitzen hingegen nur etwa fünf Millionen Riechzellen – somit wird deutlich, wie wichtig für uns das „Rumschnüffeln“ ist. Im Gegensatz zu unseren menschlichen Rudelmitgliedern haben wir auch ein deutlich besseres und sensibleres Gehör, insbesondere tiefere und höhere Töne nehmen wir wahr, die unseren menschlichen Gefährten verborgen bleiben. Ja – unsere Nasen und unser Gehör sind wahre Wunderwerke und können herausragende Leistungen vollbringen, aber bitte Vorsicht, unser Gehör ist sehr sensibel und laute Töne oder Krach mögen wir in vielen Fällen überhaupt nicht. Eine Bemerkung möchte ich zum Thema „Krach“ noch machen. Viele meiner Artgenossen sind zum Jahresende, bedingt durch das Silvesterfeuerwerk, stark verängstigt. Zwar ist die „Knallerei“ für mein Gehör ebenfalls sehr unangenehm, aber ich habe keine Angst. Ich vertraue meinem Rudelführer, der mich während des Feuerwerks streichelt und gut beschützt, eingemummelt in meine Kuscheldecke überstehe ich die jährliche Prozedur als selbstbewusster Teckel problemlos.
Zum Thema „Geräuschkulisse“ noch eine Abschlussbemerkung: Wir Teckel bellen gerne, wir kläffen viel und laut, damit versuchen wir, aufgrund unserer geringen Körpergröße, Eindruck zu erzeugen. Wir sind mutig, selbstbewusst und verteidigen unser Revier respektive unser Rudel gegen Eindringlinge – für mich gilt das insbesondere in Bezug auf meinen Rudelführer und das heimische Rudelareal.

Euer NEGRO

