Tagebuch – Ein Tag im Sommer

Es ist 6:45 Uhr in der Frühe und meine Rudelmitglieder sind schon wach, da werde ich mit der ersten Streicheleinheit des Tages geweckt.

Oah, zunächst muss ich gähnen und mich dann ganz langsam aufrichten, die Hinterpfötchen werden hochgestellt und die Vorderpfötchen liegen auf meinem Bettchen – und dann wird sich zunächst einmal ordentlich gestreckt! Nach dem morgendlichen „Dackel-Joga“ muss ich sodann ein weiteres Mal gähnen und ich lege mich wiederum hin. Es ist einfach noch viel zu früh für uns kleine Teckel, gesunder und langer Schlaf ist wichtig für uns Schnüffelnasen.

Nun werde ich von einem Rudelmitglied aufgefordert endlich aufzustehen, aber ich bin noch so müde und wenn ich schon aufstehen muss – kann mich vielleicht mal jemand aus meinem Bettchen hochheben?

Nun ja, offensichtlich erklärt sich niemand bereit mir beim Aufstehen zu helfen, dann springe ich eben selbst aus meinem Schlafgemach und gehe zunächst einmal in die Küche.

So, jetzt gibt es in der Küche meine morgendlichen Tabletten. Dann schaue ich mal durch die Küchentür, wie das Wetter ist. Oh, es wird wahrscheinlich wieder ein warmer Tag, so wie die letzten Tage auch. Die Sonne strahlt schon, da kommt nun auch ein weiteres Rudelmitglied und legt mir mein Hundegeschirr an. Es ist schon eine Plage, erst das linke Pfötchen hoch, um in das Geschirr einzusteigen und dann die ganze Prozedur mit dem rechten Beinchen nochmals, dann macht es „klick“ und mein Teckelausgehanzug ist angelegt – zumindest werde ich für den Aufwand von meinem Rudelmitglied gelobt.

Jetzt geht’s los, zum Pflichtprogramm. Die erste morgendliche „Gassi-Runde“ gehört nicht zu meinen favorisierten Tagesaktivitäten. Erstens, bin ich morgens noch viel zu müde und zweitens, startet der Rundgang immer „an der Hundeleine“ – ich hasse meine Leine! Zunächst geht es auf dem Rundweg über das Burggelände, dann weiter auf dem Weg am Rhein-Herne-Kanal entlang. Aha, da treffe ich auch die ersten beiden Vierbeiner, die auch ihren Morgenspaziergang absolvieren. Kurze Begrüßung und beschnüffeln der beiden Vierbeiner und dann folgt eine kleine Pause. Unsere Herrchen unterhalten sich kurzzeitig, die beiden Herrchen scheinen verwandt miteinander zu sein. Dann geht es weiter in Richtung des Sportplatzes in Henrichenburg. Auf der Lambertstraße geht es nun in den Ortskern von Henrichenburg, zum Brötchenholen für meine Rudelmitglieder. Dieser Weg ist immer recht spannend, insbesondere weil an der Bushaltestelle im Ortskern immer interessante Dinge liegen, die ich beschnüffeln kann. Weiter geht es nun über die Freiheitstraße in Richtung „nach Hause“.

Zuhause angekommen gibt es dann endlich mein Frühstück und ich bin durstig, das Frühstück habe ich mir nach dem anstrengenden Morgenspaziergang redlich verdient! Nun frühstücken auch meine Rudelmitglieder, mal sehen, ob ich noch etwas „vom Küchentisch“ abstauben kann. Aus diesem Grund ist eine strategisch günstige Position, der Platz unter dem Küchentisch. Leider gibt es heute kein Leckerchen vom Küchentisch – naja dann schaue ich mal, was im Wohnzimmer so los ist. Unter dem Wohnzimmertisch lege ich zunächst eine kleine Ruhepause ein. Etwas rumdösen ist jetzt die richtige Aktivität.

Nach der Ruhephase kommt mein Herrchen und die nächste Runde zum „Pipimachen“ steht auf dem Programm. Es ist schon sehr sonnig und auch recht warm, aber die Temperaturen sind noch auszuhalten. Nach einem kurzen Spaziergang über das Burggelände und entlang der Freiheitstraße, geht es nach zehn bis 15 Minuten wieder nach Hause.

In meinem Zuhause angekommen lege ich mich nun auf den Wohnzimmerteppich und beobachte mein Umfeld – mal sehen, was jetzt so Spannendes passiert. Nach einigen Minuten „döse“ ich etwas ein und werde jäh und unliebsam von dem nervigen Staubsauger geweckt, dann „verziehe“ ich mich mal lieber unter den Wohnzimmertisch. Zumindest werde ich für meine Kooperation gelobt und es wird mir gesagt, „was ich für ein guter Junge bin“.

Dann klingelt es an der Haustür, da muss ich doch mal schauen was da los ist! Die Tür wird geöffnet und ich renne sofort zur Haustür, ich werde aber von meinem Herrchen zurückgerufen. Dann gehe ich halt wieder und beziehe meinen Beobachtungsposten auf dem Wohnzimmerteppich.

In der Küche klappert etwas, mal sehen was dort los ist – vielleicht kann ich ja ein Leckerchen abstauben? Fehlalarm, leider kein Leckerchen, aber wo ich schonmal in der Küche bin, kann ich mal im Garten nachschauen, ob es dort etwas zu erkunden gibt. Ein kurzer Rundgang durch den Garten, etwas schnüffeln in den Sträuchern, es ist aber schon sehr warm, da lege ich mich mal lieber schön unter einen Strauch in den Schatten. Das „Dösen“ im Schatten wird unterbrochen von der Katze des Nachbarn, die hat nichts in meinem Garten verloren, also renne ich auf den Quälgeist zu und verjage ihn von meinem Territorium. Nach getaner Arbeit lege ich mich mal für einige Minuten in die Sonne – nach kurzer Zeit brennt aber die Sonne auf meinem Rücken und es wird mir einfach zu heiß. Ich beschließe, lieber wieder ein schattiges Plätzchen aufzusuchen und lege mich unter meinen Lieblingsstrauch. Nach einer kurzen Rast geht es nun wieder ins kühle Wohnzimmer und ich lege mich unter den Wohnzimmertisch.

So, nun kommt mein Herrchen und der Mittagsspaziergang beginnt. Ich quäle mich wieder in mein Geschirr und los geht’s. Wir laufen durch unser Wohngebiet zum Wald am Friedhof. In dem schattigen Wäldchen kann ich reichlich herumschnüffeln, in der Mittagszeit treffe ich meistens nur wenige Artgenossen. Nach einem kurzen Besuch am Rhein-Herne-Kanal geht es nun auf dem Rückweg erneut durch das Wäldchen und dann weiter durch unser Wohngebiet und über den Burgplatz zurück nach Hause. Endlich gibt es Mittagessen – leckere Kohlrabi mit Leinöl und einigen Leckerchen. Nach der leckeren Mahlzeit bin ich sehr durstig und trinke aus meinem Napf. Anschließend folgt das Pflichtprogramm, ich muss zunächst meine Barthaare am Flurteppich abputzen, ich „schubbel“ meine Schnauze auf dem Teppich. Nach getaner Arbeit benötige ich nun eine Pause und ich lege mich unter den Wohnzimmertisch. Die lange Mittagspause beginnt, es war ein wahnsinnig anstrengender Vormittag. Im kühlen Wohnzimmer schlafe ich ein und genieße meinen wohlverdienten Schlaf.

Am späten Nachmittag wache ich auf, ich strecke und recke mich und natürlich gehört auch das ausgiebige Gähnen zu meiner Aufwachphase. Nachdem ich mich „berappelt“ habe, bin ich durstig und schleppe mich in die Küche, um reichlich Wasser zu trinken.

Hoppla, die Küchentür ist geöffnet, dann nutze ich die Gelegenheit für eine Erkundungstour durch den Garten. Es ist sehr warm, die Sonne heizt meinen kleinen Körper schnell auf, da lege ich mich mal lieber wieder in den Schatten.

Während meiner längeren „Gartenpause“ kommt ein nerviger Vierbeiner und schnüffelt an meinem Gartenzaun – das geht überhaupt nicht! Kläffend renne ich zum Gartenzaun und verjage den Pudel aus meinem Revier! So, mein Revier ist verteidigt, jetzt brauche ich eine Pause. Nachdem sich die heiße Sonne etwas verzogen hat, kommt mir eine hervorragende Idee – ich laufe in die Küche und hole mein „Teckel-Bettchen“. Über die Terrasse trage ich mein kleines Bett zur Gartentreppe und anschließend ziehe ich es die drei Treppenstufen hinunter, zum Abschluss lege ich mein Bettchen auf den Rasen und nehme dort Platz.

Am frühen Abend sind die Temperaturen schon wesentlich kühler und es folgt ein kurzer Rundgang durch das Burggelände. Mit Frauchen treffen wir immer viele Menschen und oftmals bekomme ich dann auch meine Streicheleinheiten. Menschen mag ich sehr, deshalb sind Streicheleinheiten immer besonders willkommen. Kurz vor Ende des Spaziergangs treffen wir noch Kinder aus der Nachbarschaft und auch hier erhalte ich wieder meine wohlverdienten Streicheleinheiten.

Nach der Rückkehr in mein Zuhause benötige ich nun wieder eine längere Pause, zunächst trinke ich jedoch reichlich Wasser und nach meinem „Nachmittag Leckerchen“, lege ich mich unter den Wohnzimmertisch und döse etwas.

Der spätere Abend bricht an und ich frage mich, wann kommt endlich mein Rudelmitglied, dass die abendlichen Erkundungstouren mit mir macht? Weit und breit ist von ihm nichts zu sehen! Langsam werde ich unruhig und ich schaue mal im Hausflur nach, wo er nur bleibt – nichts von ihm zu sehen – ich warte und warte und warte…

Endlich, da kommt er die Treppe herunter!

Nun kann es losgehen und ich freue mich schon sehr!!!

Ich renne in die Küche, schnell noch etwas Wasser trinken und dann geht es über die Terrasse direkt zum Gartentor – wo bleibt er eigentlich? Ich warte schon am Gartentor.

Super, jetzt kann es losgehen, noch schnell mein „Geschirrkleidchen“ anlegen und dann geht endlich das Gartentor auf!!!

Zunächst erkunden wir heute das Burggelände, dann geht es weiter zum Rhein-Herne-Kanal. Die abendlichen Erkundungstouren sind immer etwas Besonderes! Wenn ich den Anweisungen meines Rudelführers Folge leiste, dann darf ich „freilaufen“ und die Hundeleine verschwindet in seiner Tasche. Ich kann dann in Ruhe herumschnüffeln und das Gras am Wegesrand, Wiesen und Sträucher oder den Wald erkunden. Ich freue mich immer, wenn sich das Programm meiner „Schnüffeltouren“ täglich ändert. Es gibt immer so viele neue Dinge zu entdecken.

Auf dem Weg am Rhein-Herne-Kanal kommt uns plötzlich ein Radfahrer entgegen, ich erhalte die Anweisung stehenzubleiben und natürlich befolge ich den Befehl. Dann beugt sich mein Rudelführer zu mir herunter und er hält mich an meinem Geschirr fest. Währenddessen streichelt er mich und als der Radfahrer uns passiert hat, darf ich weiterlaufen und meine Schnüffeltour fortsetzen. Heute gibt es sehr viel zu erkunden, Wiesen-, Sträucher- und Heckenbesuche stehen auf dem Programm, nur unterbrochen von kurzen Trinkpausen.

Es ist dunkel geworden und langsam neigt sich meine Schnüffeltour dem Ende zu – heute habe ich rund 90 Minuten meinen Spaß gehabt, meine abendlichen Erkundungstouren dauern im Regelfall zwischen 45 und 120 Minuten pro Tour, dabei entscheide ich immer spontan wie lange unsere Aktivität dauert.

Ein besonderes Highlight auf meinen Erkundungstouren ist, wenn ich zwischendurch mal ein Leckerchen als Belohnung bekomme und natürlich haben wir auch immer viel Wasser dabei.

Auf dem Rückweg über den Burgplatz treffen wir noch Thomas mit seinem Vierbeiner und unsere Rudelführer halten einen kurzen Plausch, dann geht es nach Hause und mein heutiges Tagesprogramm ist beendet.

Zuhause erhalte ich noch eine Belohnung, weil ich mich heute so vorzüglich verhalten habe, zusätzlich gibt es von meinem Rudelführer noch einige Streicheleinheiten auf dem Wohnzimmerteppich, bei denen ich schon einschlafe. Ich bin total erschöpft und zum Abschluss schleppe ich mich mit letzter Kraft in mein Bettchen, nach einer letzten Streicheleinheit fallen mir die Äuglein zu und somit endet ein anstrengender Tag!